Eine Lehrerfortbildung der besonderen Art im CERN – ITW 2018

„Science for peace“ ist das Motto, das sich das Conseil Européenne pour la Recherche Nucléaire, kurz CERN, auf die Fahnen geschrieben hat. Getreu diesem Motto sind im Forschungszentrum bei Genf viele Menschen aus aller Welt auf der Suche nach Antworten auf fundamentale Fragen wie „woher kommen wir?“, „was sind wir eigentlich?“ und „wohin gehen wir?“ Was sich zuerst philosophisch anhört, ist allerdings knallharte Physik! Die Forschenden beleuchten komplexe Themen wie dunkle Materie und dunkle Energie, die rund 95% des Universums ausmachen, die aber noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Auch die geheimnisvollen ersten Sekunden nach dem Urknall sollen mit gigantischen Messapparaten rekonstruiert werden. Denn schließlich fehlt uns – zum Glück! – jede Menge Antimaterie.

Einen Einblick in diese spannende Materie konnten in den ersten beiden Augustwochen 46 hochmotivierte Lehrerinnen und Lehrer aus 35 verschiedenen Ländern von allen fünf Kontinenten gewinnen. Im Rahmen der International Teacher Weeks 2018 (ITW2018) besuchten sie sehr interessante Vorlesungen über Teilchenphysik, Teilchenbeschleuniger und auch Teilchendetektoren. Aber auch ein Einblick in die Verarbeitung von enormen Datenströmen und die Aufgaben und Probleme der Ingenieure kam nicht zu kurz. Neben Vorlesungen standen auch Besuche auf dem Programm. So besuchten die Teilnehmenden zum Beispiel die CERN-eigene Antimateriefabrik.

Unser Physiklehrer Herr Kirschner war einer der auserwählten Teilnehmer des ITW2018 und berichtet für die Homepage über die Fortbildung:

Als ich das Bestätigungsschreiben aus Genf bekam, konnte ich mein Glück kaum fassen und mir erst recht nicht vorstellen, was für eine großartige Lehrerfortbildung mich erwartet. Ich bin nun stolzer Botschafter des CERNs und habe festgestellt, dass es bei den Vorlesungen und Besuchen nicht nur um hochkomplexe Physik ging, sondern, dass ich auch viele Ideen für den eigenen Unterricht mitnehmen konnte, mit deren Umsetzung ich bereits begonnen habe. Besonders eindrucksvoll war für mich der Besuch des Synchrozyklotrons, ein Teilchenbeschleuniger, dessen Untersuchung im Physiklehrplan für die Oberstufe vorgeschrieben ist.

Alle Besuche und Vorlesungen für sich gesehen waren Höhepunkte. Was das Fortbildungsprogramm aber für mich besonders wertvoll machte, war die effektive Zusammenarbeit mit allen Teilnehmenden. In Kleingruppen haben wir die Physiklehrpläne verglichen, Ideen für Projekte für den Physikunterricht entwickelt, gute Unterrichtsmaterialien gesucht und gefunden und am Ende des Programms nicht nur den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sondern auch Zuschauerinnen und Zuschauern aus aller Welt per Livestream präsentiert.

Neben der Arbeit blieb uns allen noch genug Zeit, um sich über Privates, aber auch Schulisches auszutauschen. Als besonders eindrucksvoll habe ich die Vielfalt der verschiedenen Schulsysteme, aber auch die Probleme, mit denen die Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Ländern zu kämpfen haben, empfunden.

Die Fortbildung endete offiziell am 18. August. Für uns Alumni ist sie aber noch lange nicht vorbei, Ideen müssen in den Unterricht einfließen: Erste Projekte mithilfe von Videokonferenzen in englischer Sprache zwischen einer italienischen Schule in Tarent und dem Physikleistungskurs an unserer Schule sind bereits geplant. Weitere gemeinsame Projekte werden sicher folgen.

Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass auch ein Besuch mit Physikleistungskursen am CERN möglich sein könnte. Im Rahmen einer solchen Exkursion würden zwei Besucherpunkte auf dem Gelände der Forschungseinrichtung angesteuert und das SJCool Lab (http://scool.web.cern.ch/), ein eigens für Schülerinnen und Schüler eingerichtetes Labor mit Experimentiermöglichkeiten, die nur wenige Schulen bieten können, besucht. Neben diesen beiden Aktivitäten würde ein Besuch der CERN-eigenen Ausstellungen Microcosm (https://microcosm.web.cern.ch/en) und Globe (https://visit.cern/globe), die für alle Besucher frei zugänglich sind, auf dem Programm stehen.

Ich blicke auf zwei großartige Wochen, in denen alle Teilnehmenden dank der perfekten Organisation durch Jeff Wiener und seine Kollegin Anja Kranjc Horvat nicht nur viel gelernt, sondern auch Freundschaften geknüpft haben, zurück. Thanks to you Jeff and your awesome team: I am super super happy that I had the chance to be a participant oft the ITW2018!

 

SC

Synchrozyklotron

Wandering the Immeasurable Sculpture by Gayle Hermick

Wandering the Immeasurable - Gayle Hermick

Magnet

Quadrupolmagnete in der Antimateriefabrik

lhc

 

Anmeldung zu unseren Newslettern

Manage your newsletter subscriptions
Select the newsletter(s) to which you want to subscribe or unsubscribe.
Bleiben Sie auf dem Laufenden und abonnieren Sie unsere Newsletter!
The subscriber's email address.

Theme by Danetsoft and Danang Probo Sayekti inspired by Maksimer